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Februar 2011
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Home > Fallbeispiele > Fall des Monats > Februar 2011
Der Fall: Atypische Nierenkolik
In der Notaufnahme wird dem Diensthabenden von der Schwester eine Patientin mit Nierenkoliken vorgestellt. Die Patientin berichtet über rezidivierende Episoden mit Harnstauung und multiplen Harnsteinen seit einem Unfall mit traumatischer Nierenbeteiligung, ansonsten ist die Anamnese leer. Die Schmerzen am Vortag begonnen, sind kolikartig undstrahlen in die Leisten aus. Innerhalb der letzten 24 Stunden sind die Schmerzen immer schlimmer geworden. Außerdem hat sie am Vortag blutigen Urin gehabt. Sonstige Erkrankungen, Schwangerschaft oder andere Veränderungen in letzter Zeit hat die Patientin keine bemerkt. Die abgenommenen Laborwerte sind unauffällig. Die Patientin wird nach Besserung der Beschwerden nach Metamizolgabe per RTW in die nächste Urologie zur weiteren Therapie verlegt, bevor eine körperliche Untersuchung stattfindet. Kurz darauf kommt aus der Urologie die Rückmeldung, dass die Patientin ein gesundes Kind geboren habe.
Kommentar:
Eine körperliche Untersuchung gehört immer dazu, gerade bzw. auch wenn die Patienten sich mit wiederkehrenden oder bekannten Beschwerden vorstellen!!
Anmerkung: Es gibt immer wieder Berichte von Schwangerschafts- Verdrängungen und Verleugnungen, wo die Patientinnen teilweise bis unmittelbar zur Geburt eine Schwangerschaft nicht bemerken. Zum Teil haben sich diese Patientinnen mit schwangerschaftstypischen Beschwerden bei einem Arzt vorgestellt und eine Schwangerschaft ist nicht erkannt worden. Häufig berichten die Frauen über Unterschenkelödeme, Müdigkeit oder unspezifische Bauchschmerzen. Diese werden auch von den Frauen selbst auf unterschiedlichste Ursachen zurückgeführt. Das Problem, welches sich aus solchen Fallkonstellationen ergibt ist die Tatsache, dass eine unbemerkte, verdrängte oder verleugnete Schwangerschaften den wichtigsten Risikofaktor für die Tötung des eigenen Kindes nach der Geburt darstellen!! |
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