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Der Fall: Sturz
Ein Patient wird nach häuslichem Sturz in die Notaufnahme aufgenommen. Der Patient klagt über diffuse Schmerzen in der linken Hüfte. Bevor eine ärztliche Untersuchung durchgeführt werden kann, nimmt das Pflegepersonal bereits ein Standardlabor ab, da von einer stationären Aufnahme ausgegangen wird. Nach der körperlichen Untersuchung und unauffälligen Röntgenbildern wird der Patient jedoch mit einer symptomatischen Schmerztherapie nach Hause geschickt. Kurz darauf ruft das Labor an und benachrichtigt und über einen stark erhöhten D-Dimer Wert. Wir rufen den Patienten an und bestellen ihn erneut mit dem Rettungsdienst in die Klinik. Die Sonographie zeigt eine Beckenvenenthrombose, die dann entsprechend behandelt wird.
Kommentar
Diesen Patienten müsste man nochmals ganz von Anfang an und ganz genau
sehen. Mehrere Dinge fallen unmittelbar auf:
1. Das abgenommene D-Dimer - dieser Wert sollte wirklich nur nach
genauer Indikation abgenommen werden. Es gibt sehr viele Ursachen für
einen erhöhten Wert, und gerade bei einem Sturz macht das D-Dimer primär
überhaupt keinen Sinn, bei Hämatombildung ist es als Abbauprodukt von
Thrombenmaterial allein deshalb erhöht.
2. Bei dieser Geschichte stellt sich die Frage, ob der Sturz vielleicht
im Rahmen einer (Prä)Synkope auftrat und diese im Rahmen einer
Lungenembolie?
3. War das Bein vielleicht klinisch doch auffällig in Hinblick
Thrombose?
4. Ist dies nicht wieder ein Klassiker? Ein Patient stürzt und klagt
über Schmerzen - letztlich sind die Schmerzen aber im Rahmen einer
anderen Erkrankung - hatten wir schon mehrmals, z.B. die Thoraxprellung
nach Sturz, die eine Lungenembolie oder ein Tumor war.
5. Vielleicht ist der gesamte Verlauf aber auch nur Zufall, Glück bzw.
Pech - das lässt sich eben nicht genau sagen