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Patient ohne Notarzt ...
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Home > Fallbeispiele > Patient ohne Notarzt ...
Der Fall: Patient ohne Notarzt ... RTW (ohne NA Alarm) zu Verkehrsunfall alarmiert. Patient nach Radsturz (ohne Helm) sitzend angetroffen. Keine Fremdanamnese möglich. PAt wach, zeitlich nicht orientiert, ausser kleiner Platzwunde an der Stirn keine offensichtlichen Veletzungen.Nach Anlage einer Cervicalstütze Transport in RTW, dort ausführliche Untersuchung,Kopfplatzwunde, retrograde Amnesie, RR 110/70 Puls 90/min, bei kompleter Entkleidung fällt Hämatom am rechten Rippenbogen / re Oberbauch auf.(abdomen weich, Lunge beidseits gut belüftet) Jetzt Notarztalarmierung,Sauerstoffgabe, 2 Venenzugänge (G16 / G14), Monitoring, jetzt plötzlicher RR Abfall (70 mm Hg syst) , nach kurzer Rücksprache mit Leitstelle und Rücksprache NA (auf Anfahrt) NA Anfahrt noch mindestens 8 Minuten aber Transportzeit in Haus der Maximalversorgung nur ca 2 Minuten Entschluß zu Transport mit Sonderrechten und Schockalarm im Ziel KH durch Leitstelle mit Anmeldung stumpfes Bauchtrauma, SHT 1° ;Dort erwartet uns in der Anfahrt der diensthabende Chirurg und fragt zuerst "Wo ist der NA?" . Nach kurzem Erklärungsversuch weist der Arzt uns an, den Patienten in die normale chirurg. Aufnahmestation zu bringen ( 5 Gehminuten von der Anfahrt; Schockraum direkt neben Anfahrt), da "ein Patient, der ohne NA kommt auch keinen Schockraum braucht".In der Aufnahmestation angekommen, verlegt der dort habende Assistensarzt den Patienten nach ca. 5 Minuten in den Schockraum ( Schockraumaufnahme damit insgesammt 15 Minuten verzögert.Es folgt Notfall OP einer massiver Blutung der Leber (Erster HB 6,1 !) Massentransfusion 7 tägiger Aufenthalt auf der ITS .. Kommentar : Die Entscheidung des Rettungsdienstes ist komplett richtig gewesen, es gibt immer wieder Situationen, in denen zwar ein Notarzt hilfreich wäre, die sofortige Abfahrt in die Klinik allerdings für den Patienten besser ist. In diesem Falle war u.a. der Zeitfaktor auslösend. Der aufnehmende Chirurg könnte zwei Dinge besser machen: 1. Den Rettungsassistenten zuhören. 2. Sich von der Bias befreien, alle Patienten ohne Notarzt sind leicht verletzt. Hiermit unterstellt der Leitstellendisponenten, Patienten am Telefon und über Dritte ausreichend gut untersuchen zu können. Auch Rettungsassistenten spricht er uneingeschränkte Kompetenz zu - in diesem Falle hatten sie richtig untersucht und richtige Schlüsse gezogen, nur hörte niemand auf sie. Der Patient hat überlebt - aber unter anderen Umständen mit ein wenig unglücklichen Verkettungen (z.B. irgendwo abgelegt und dann wegen plötzlicher Ablenkung nicht mehr richtig überwacht) hätte der Fall leicht tödlich ausgehen können. Wir wissen ja alle, was bei Patienten passiert, die nicht intubiert und nicht beatmet und nicht im Schockraum abgegeben manchmal für Überwachungen haben - oft eine ganze Zeit lang keine. |
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