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Ambulante Behandlung - dann Reanimation
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Home > Fallbeispiele > Fall des Monats > Ehemalige Fälle des Monats > Ambulante Behandlung - dann Reanimation
Der Fall: Ambulante Versorgung und dann Reanimation Die RTW-Nachtschicht wird gegen 6:00 Uhr morgens (eine Stunde vor Schichtende) alarmiert. Einsatzmeldung: Medikamentenunverträglichkeit bei einem Patienten nach HI und vorherigem Krankenhausaufenthalt.Die Besatzung findet den Patienten und seine Ehefrau beide offensichtlich fertig zur Abfahrt in ihrem Haus vor. Der Patient macht einen körperlich gesunden Eindruck auf die Besatzung und klagt ausdrücklich nicht über akute Beschwerden. Sein sytolischer RR ist 140, Puls normal. Er betont lediglich, er hätte Schwierigkeiten, seine Medikamente (Betablocker, Thrombozytenaggregationshemmer, Antiarrhythmika) entsprechend der krankenhausärztlichen Verordnung einzunehmen. Konkret bestand das Problem aus Patientensicht darin, dass Medikamente die nicht nüchtern genommen werden sollten nicht genommen werden konnten, da er unter Appetitlosigkeit leide und deshalb nichts äße. Deshalb war der Patient der Meinung, er müsse zur Neueinstellung seiner Medikation erneut stationär aufgenommen werden.Die RTW-Besatzung bespricht das Vorhaben mit dem Patienten und seiner Ehefrau und schlägt vor, die Neueinstellung der Medikation doch vom Hausarzt übernehmen zu lassen, gerade weil dieser den Patienten besser und länger kenne als die Krankenhausärzte.Sowohl der Patient als auch seine Frau sind mit diesem Vorschlag mit diesem Vorschlag sofort einverstanden. Sie versichern, sofort bei Praxisöffnung den Hausarzt zu kontaktieren. Die RTW-Besatzung weist den Patienten darauf hin, dass er bei etwaigen Schwierigkeiten mit dem Hausarzt oder bei einer Zustandsverschlechterung erneut den Rettungsdienst rufen solle. In beiderseitigem Einverständnis verabschiedet sich die RTW-Besatzung und verlässt den Patienten.Es wurde keine Transportverweigerung unterschrieben (weil der Patient den Transport gar nicht verweigert hat), die RTW-Besatzung hat sich nicht persönlich darum gekümmert, dass der Patient tatsächlich in ärztliche Obhut übergeben wird.Circa 14 Stunden später wird erneut ein RTW zu dem Patienten geschickt.Einsatzmeldung: unklar internistisch, hohes Fieber.Kurz nach Eintreffen fordert diese andere RTW-Besatzung einen Notarzt nach. Der Patient wird frustran reanimiert.Spätere Recherche ergibt, dass der Patient seinen Arzt den ganzen Tag nicht erreicht hat. Kommentar : Zwei Aspekte sind hier zu besprechen:
Bei ambulant versorgten Patienten, die ein Low-Risk-Profil haben, muss extrem genau und gut dokumentiert werden, für den Fall, dass ein unvorhersehbarer zufällig schlechter Verlauf folgt. Der Patient braucht eine klare zeit- und handlungsspezifische Anweisung, die ebenfalls dokumentiert werden muss.
2. Quartal 2008 |
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