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Hypoglykämie
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Home > Fallbeispiele > Archiv - direkt hier klicken > Risikodiagnosen > Hypoglykämie
Der Fall: Hypoglykämie Einsatzmeldung: Hypoglykämie. Fremdanamnese durch NA (bei der Ehefrau des Pat.), diese ergab, wie schon von der Leitstelle angegeben den Verdacht auf Hypoglykämie. Passend dazu auch der Zustand des Pat., kaltschweißig, verwirrt, unruhig. Aufgrund schwieriger Venenverhältnisse, Kapillarblut-BZ-Messung durch NEF-Fahrer. Ergebnis: 129 mg/dl. Aussage des NA entgegen der gebotenen Symptomatik - "dann wird´s wohl was anderes sein!" Dann Patient in den RTW verbracht. Aufforderung durch RA, den BZ erneut zu messen und nun vorher den Finger zu desinfizieren und zu reinigen. Erneute Messung ergabt: 28 mg/dl mit der Therapie durch NA 20g Glucose i.v.. Kommentar: Die falsch hohe BZ-Messung ist offenbar gar nicht so selten. Wichtig ist, dass der Finger des Patienten absolut gründlich gereinigt wird. Es kann leicht passieren, dass noch Glucosereste von Nahrung oder Traubenzuckerwasser am Finger sind, die das Ergebnis beeinflussen. Bei dringendem klinischem Verdacht auf Hypoglykämie und normalen BZ-Werten empfiehlt sich eine Kontrollmessung (oder einfach die Gabe von Glucose 40% - das birgt keine wesentliche Gefahr). Winter 08
Der Fall: Hypoglykämie Pat weibl., ca 80 Jahre, bewußtlos auf dem Bett liegend, ateminsuffizient, hängender Mundwinkel, RR 230, Puls 130, SaO2 85. Laut Notarzt Das Krankheitsbild "Apoplex". Auch auf mehrfachen Hinweis des RD-Personals schloss der NA eine Hypoglykämie aus. Ein Zuckertest wurde dann vom RD-Personal SOFORT in Eigeninitiative durchgeführt...Ergebnis < 30mg/dlNach gabe von 20 gr Glucose Pat. wohlauf, wach, normoton und normofrequent! Kommentar: Es ist bekannt, dass Hypoglykämien bunte neurologische Bilder verursachen können (Pupillendifferenzen, Hemiparesen, Athetosen und andere Dyskinesien, Aphasien, auch mit SHT´s wurden Hypoglykämien schon verwechselt!). Im Rettungsdienst sollte die Blutzuckerüberprüfung bei jedem Patienten durchgeführt werden, dann vergißt man sie auch dann nicht, wenn einem die Verdachtsdiagnose (hier Apoplex) von dem klinischen Bild aufgedrängt wird. Bei Apoplexpatienten gehört die Hypoglykämie grundsätzlich zur Differentialdiagnose - abgesehen davon gehört ein derangierter BZ-Wert zügig behandelt, wenn es ein Apoplexpatient ist. Der Fall: Hypoglykämie Hypoglykämie eines 35-jährigen klinisch erkannt, aber durch Glucose an den Händen des Pt. (Frau hat vor Alarmierung versucht, Traubenzuckerwasser zu verabreichen, dies hat der Pt. aggressiv weggeschlagen und verweigert), falsch pos. gemessener BZ Spiegel. Narkoseeinleitung wegen V.a. Hirnblutung vorbereitet, kurz vor Narkoseinduktion nochmals Kontrolle - BZ war 30, Glucosegabe, dann Erwachen des Patienten. Kommentar: 1. Grundsätzlich die Fingerbeere des Patienten gründlich säubern vor der BZ-Abnahme. 2. Bei begründetem Verdacht auf eine Hypoglykämie in einem solchen Fall ggf. nochmals kontrollieren. Der Fall: Hypoglykämie Patient 70J mit Apoplex-Symptomatik (Hemiparese li, verwaschene Sprache, GCS 11) wird vom Hausarzt kurz begutachtet; er stimmt unserer ersten Verdachtsdiagnose zu, teilt uns aber gleichzeitig mit, dass er überhaupt keine Zeit habe und wieder in die Praxis müsse. Also Nachforderung NA, in der Zwischenzeit Versorgung durch RTW-Besatzung mit Basismaßnahmen; Vitalparameter RR 150/90 mmHg, HF 100/min, SpO2 95%. Als erweiterte Maßnahme periphervenöser Zugang mit kristalloider Infusionslösung. Aus dem im Mandrin gewonnenen Blut füttere ich das BZ-Gerät; nachdem der Analyse-Countdown begonnen hat, teile ich dem Kollegen mit - "BZ läuft" - und lege das Gerät beiseite, um in der Zwischenzeit die Patientenversorgung fortzuführen. Nach kurzer Zeit packt der Kollege das BZ-Gerät wortlos weg - ich gehe also davon aus daß der BZ in Ordnung ist und als DD auszuschliessen ist.Als der NA eintrifft, erkundigt er sich im Rahmen der Anamnese nach dem BZ-Wert. Ich teile ihm mit, dass der Kollege den Wert abgelesen hat, was dieser aber bestreitet und es sich herausstellt dass er vorhin verstanden hat - "BZ passt" -, sich darauf verlassen und deshalb das Gerät weggepackt hat.Beim erneuten Einschalten des Geräts stellt sich heraus, dass der Patient einen BZ von 40 mg/gl hat! Kommentar: Hier liegt eigentlich ein gravierendes Kommunikationsproblem vor, die Hypoglykämie steht nicht so sehr im Vordergrund. In der Notfallmedizin lehrt man heutzutage bei der Teamarbeit die sog. "closed loop communication". Dies bedeutet, Mitarbeiter A gibt eine Anweisung an B, B wiederholt diese, nach Ausführung teilt B diese A mit, A wiederholt. So weiß B sicher, dass A alles richtig verstanden hat und umgekehrt. Beispiel (bei der Reanimation): NA: Bitte 1 mg Suprarenin i.v. RA: Jawohl, bereite 1 mg Suprarenin i.v. vor - 1 mg Suprarenin i.v. appliziert. NA: Gut, Suprarenin appliziert.
Der Fall: Hypoglykämie - oder doch wieder nicht? Einsatz mit Hypoglykämie im Seniorenheim, bei EIntreffen berichtet die Altenpflegerin über einen BZ von 28mg%, der Pat ist blaß, katschweissig und nicht ansprechbar. Es erfolgt die Anage eines venösen Zugangs und sofortige Applikation von einer Ampulle G40. Als die zweite Ampulle bei ausbleibender Besserung aufgezogen ist, kommt die BZ-Messung aus der Viggo-Mandrin mit 280mg%!Sofortige Unterbrechung der Glucosezufuhr und Transport des Patienten in eine Innere Abteilung.Hier klart der Pat allmählich auf. Gemessener BZ-Wert in der Aufnahme: 430mg% Kommentar: Erneut ein Fall, bei dem klar wird, dass man BZ-Werte doch immer wieder kritisch überprüfen sollte und sich nicht blind auf Werte von Dritten verlassen sollte. Ähnliches gilt für Blutdruckwerte, etc. Der Fall: RTW und das NEF werden auf die Autobahn zu einem VU gerufen. Am Unfallort wurde die Verletzte von einem zufällig vorbeifahrenden Notarzt mit zwei großlumigen Zugängen und zwei Ringer und einer Haes-Infusion versorgt. Pat. soweit wach nach Überschlag mit PKW. Patientin vorversorgt, soweit stabil, direkterTransport in das nahegelegene Kreiskrankenhaus. Hierbei trübt die Pat. ein. Vitalwerte normal. Beim Eintreffen im KH zeigt die Pat. links eine stark erweiterte Pupille, Atmung unauffällig SpO2 99% .Nach dem Schädelröntgen krampft und aspiriert die Pat. im Schockraum und wird im RTW notfallmäßig intubiert,da der Chefarzt der Chirurgie die Verlegung in die Neurochirugie veranlasst hat. (eine Intubation im Kreiskrankenhaus mit der Begründung eines kurzen Transportweges ablehnt). CT ohne Befund. Labor wird abgenommen, alle Werte o.k., bis auf den BZ von 20mg/dl. Therapie wie bekannt, Extubation nach 10min. Der Fehler war der Verzicht der Blutentnahme und des Blutzuckertest, der sonst immer mitgemacht wird, hier wurde aufgrund der Vorversorgung durch einen fremden Arzt aber darauf verzichtet. Kommentar: Klassischer Fall des sog. "rule-based error". Eine Situation (hier schwerer Verkehrsunfall mit neurologischer Symptomatik) trifft ein Engramm im Gehirn mit der Schlußfolgerung "SHT". Hier liegt eine Ausnahme vor, die Patientin hat nur eine Hypoglykämie (Verkehrsunfall möglicherweise dadurch bedingt) und es wird eine normalerweise richtige, in diesem Fall aber falsche Regel angewendet - die Therapie und Diagnostik eines SHT. Sehr interessant, immer wieder in der Literatur beschrieben. Blutzuckertestung gehört bei jedem Patienten zur Routinemaßnahme. |
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