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Intoxikation und Intubation
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Home > Fallbeispiele > Fall des Monats > Ehemalige Fälle des Monats > Intoxikation und Intubation
Der Fall: Schwere Intoxikation und Intubation 19-jähriger Patient wird von Lebensgefährtin nach angekündigtem Suizid aufgefunden, nach Situation vor Ort hat er 2 Liter Wein, 10g Paracetamol sowie 40ml Tramadol zu sich genommen.Patient ist bei Eintreffen des RD tief bewusstlos, spontan atmend (GCS 3).Entschluß zur Intubation, Bei fehlenden Abwehrbewegungen zunächst Laryngoskopie. Hierbei erbricht der Pat. spontan Wein-Tablettengemisch. Bei erhaltener Spontanatmung und fehlender Aspiration erfolgt nach 2 weiteren frustranen Intubationsversuchen Abbruch der ITN und Transport der Patientin in Seitenlage. Im Schockraum ebenfalls frustrane ITN-Versuche durch Anästhesisten, ITN gelingt erst nach Relaxierung und bronchoskopisch auf ITS. Kommentar: Hochinteressant! Umgang mit Intoxikationen bei bewusstseinsgestörten Patienten. Es gibt eine spannendeFortbildungsreihe im Internet "Risk Management Monthly" und in der Ausgabe Mai 2008 war dieser Fall Thema. Zusammengefasst ist der aktuelle Tenor, dass man auch schwer intoxikierte Patienten wenn möglich nicht intubiert! Auch das innerklinische "Magen auspumpen" ist in keinster Weise mehr up to date. Grund für die extreme Behandlungszurückhaltung bei Intoxikationen ist, dass die meisten Intoxikationen sowieso letzten Endes harmlos sind und sich die Patienten wieder erholen. Nun gibt es einen geringen Teil von Patienten, die wirklich in Lebensgefahr schweben (könnten) und auch hier ist die Frage: Intubieren oder nicht? Die Antwort ist ganz klar (sofern keine Atemwegsobstruktion vorliegt): NEIN! Die Komplikationsrate durch Intubieren oder durch das Anlegen eines Magenschlauches ist mit mehr Komplikationen behaftet als das alleinige Abwarten. Und diese Regeln gelten für die Klinik, in der ja schonmal viel bessere Bedingungen herrschen. In der Präklinik ist eine Intubation somit so gut wie nie indiziert! Was hätte den Patienten denn hier gefährdet? Die Paracetamoldosis ist so grenzwertig an der wirklich toxischen Dosis, und ausserdem tritt die Toxinwirkung sowieso erst nach 3 Tagen ein (Leberversagen). Alkoholintoxikation führt selten zum Tod und das Tramal ebenfalls nicht. Und dann eine Laryngoskopie ohne Narkose - da ist die Komplikation "Erbrechen" ja mehr als vorprogrammiert! 3. Quartal 2008 |
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