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Leblose Person
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Home > Fallbeispiele > Archiv - direkt hier klicken > Risikodiagnosen > Leblose Person
Der Fall: Keine CPR NA Alarmierungsgrund: Akute Atemnot, thorakaler Schmerz, bekannte "Herzpatientin", während Anfahrt des NA und RTW Funkspruch über Leitstelle: Patn. bewußtlos, vermutlich HKS. RTW trifft zuerst ein und übernimmt Patienten nach fraglicher Laienreanimation.Bei Eintreffen des NA (ca. 8-10 Minuten später): Patn. im RTW, ein RA bei zweitem frustranen Versuch eine Flexüle zu legen, der zweite RA beim Kleben der Elektroden des EKG. Keine CPR, der Ambubeutel gesichert an der Decke baumelnd. Patn. wie über Leitstelle zu vermuten im Herz Kreislaufstillstand. Erst jetzt sofortiger Beginn mit den üblichen Basismaßnahmen und Koordination der weiteren Maßnahmen nach den alt bekanntem Schemata. Kommentar: Wie soll man kommentieren, wenn ein reanimationspflichtiger Patient vom Rettungsdienst nicht reanimiert wird? Bei Bewußtlosigkeit bleibt es bei Airway, Breathing, Circulation und Defibrillation. Selbst wenn der Patient noch einen Puls gehabt hätte (davon ging die Besatzung offenbar aus, sonst ist dieses Vorgehen wirklich absolut unverständlich), so lag keine suffiziente/normale Atmung vor - und der Patient hätte Sauerstoff und eine assistierte Beatmung benötigt (mit ABCD läßt sich eigentlich alles lösen). EKG-Elektroden kleben oder Branülen legen kommen bis zur Defibrillation gar nicht im Algorithmus vor. Interessant ist auch, wie der Patient in den RTW kam und warum er zu diesem Zeitpunkt überhaupt dort rein sollte. Bewußtlose Patienten mit nicht normaler Atmung gehören von einigen Ausnahmen abgesehen sofort an Ort und Stelle versorgt. Fall: Leblose Person
Bevor Sie weiterlesen: Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie die Überschrift lesen? Wie würden Sie an den Patienten rangehen? Fall 1: Wir wurden von einem KTW zu einer bewusstlosen, vermutlich alkoholisierten Person in ein soziales Randgebiet der Stadt nachgefordert. Als wir eintrafen fanden wir einen in der stabilen Seitenlage mit 4l Sauerstoff über Brille versorgten, offensichtlich zyanotischen Patienten vor. Als wir nachfragten wie lange er schon bewusstlos sei, bekamen wir zu Antwort, dass man keinen Bodychck durchgeführt und gleich die stabile Seitenlage angewandt hat. Bei der Schnellableitung über die Paddles war eine Asystolie erkennbar. Intubation, maschinelle Beatmung, Gabe von L-Adrenalin nach ca 15 min Kammerflimmern, zweimalige Defibrillation, wieder Asystolie. Gabe von L-Adrenalin und Atropin, abermaliges Flimmern, nach Defibrillation mit 360J wieder Rhytmus. Verladung in den RTW auf dem Weg in die Klinik abermaliges Kammerflimmern, nach Defibrillation Asystolie. Transport unter Reanimation in die Notaufnahme dort nach 45min Abbruch. Fall 2: Einsatz beim Hausarzt zum Krankentransport (mit RTW angefahren). Die RA´s gingen ohne Ausrüstung und nur mit Trage in das Wartezimmer, dort lag nach Injektion von 10mg Diazepam ein Patient schlafend auf der Wartecouch. Diesen sollten die RA´s (1xRA 1xRS) in die Klinik bringen. Gabe von Diazepam wegen Aggressivität und Unruhe. Während des Umlagerns und auf dem Weg in den KTW fällt den RA´s auf, dass der Patient nicht mehr richtig ansprechbar ist, bei genauerer Betrachtung leblos. Anschließen AED im RTW, dann Beginn der Reanimation und Nachforderung NA. Reanimation erfolglos bei Asystolie. Kommentar: Die Frage vor Beginn der Fallbeschreibung hat Sie wahrscheinlich in den Algorithmus der Reanimation geführt. Beide Fälle haben eines gemeinsam: Die Rettungsassistenten waren geistig auf eine Bewußtlosigkeit aufgrund einer Intoxikation eingestellt (Alkohol im ersten, Diazepam im zweiten Fall). Dass auch solche Patienten natürlich einen Herz-Kreislaufstillstand bekommen können, ist klar. Besonders "gemein" wäre, wenn diese Patienten im frischen Kammerflimmern mit der noch oft anzutreffenden Schnappatmung aufgefunden werden. Bei beiden Patienten lag aber offenbar eine Asystolie vor, mit anderen Worten: Beide Patienten waren schon tot. Es bleibt bei Bewußtlosen dabei: Auch hier immer nach dem Puls suchen, wenn keiner vorhanden, dann Reanimation. Im zweiten Fall hätte die Mannschaft schon im Wartezimmer des Arztes mit der Reanimation beginnen müssen, wenn der Algorithmus korrekt abgearbeitet worden wäre. Noch ein Kommentar zu der Nasenbrille mit Sauerstoff: Hierüber läßt sich nur eine inspiratorische Sauerstoffkonzentration von 40% erreichen, für richtige Notfälle ist sie also völlig ungeeignet. Eine Maske mit Reservoir dagegen kann bis zu 90% inspiratorischen Sauerstoff bieten. |
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