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Mai 09 - wie wichtig ist dauerhaftes Monitoring?
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Home > Fallbeispiele > Fall des Monats > Mai 09 - wie wichtig ist dauerhaftes Monitoring?
Der Fall: Wie wichtig ist das dauerhafte Überwachen? Alarmierung um 15.10h abends für RTW, gemeldet ist "kollabierte Person".Vor Ort Vorfinden eines älteren Herren(ca.70 Jahre), mit Rücken an Wand sitzend im Hausflur. Aufgeregte Ehefrau berichtet, er wollte zur Toilette gehen und sei zusammengesackt. RR 135mmHG, Puls 85/min. Laut Ehefrau hat er in letzter Zeit mehr Durst --> BZ-Messung: 200mg/dl.Da Patient ansprechbar und voll orientiert, RR gut und lediglich leichte Synkope vermutet, helfen wir ihm auf, um ihn zur Toilette zu begleiten. Hierbei entferne ich auch das EKG-Kabel. Nach einem Schritt gibt Pat. Schwindel an und wird bewusstlos. Wir legen ihn auf den Boden, Freihalten der Atemwege --> Schnappatmung, kein Karotispuls(vorher auch radialis gut tastbar).Als wir mit Herzmassage beginnen wollen, verschwindet die Zyanose, Atmung setzt ein und Puls wieder auch peripher gut tastbar.RR 160mmHG, jedoch arhythmisch. Anmerkung Reporter: In diesem Fall hat sich aus einer einfachen ungefährlichen Sache binnen Sekunden ein Herzstillstand entwickelt. Im Kopf hatten wir diesen Einsatz schon als kollabierte Person abgetan, die dann ins Krankenhaus transportiert wird. Man kann sich selbst nur vornehmen, immer eine besondere Aufmerksamkeit aufzubringen, auch bei solchen "Bagatelleinsätzen".Hätte ich das EKG-Kabel nicht entfernt, hätten wir schneller erkannt, dass/ob Kammerflimmern oder Asystolie vorlag und man hätte unter Umständen sofort defibrillieren können.Glücklicherweise ergab sich kein Schaden für den Patienten, er war danach voll ansprechbar.Aber mal im Ernst: Sollte jemand mit voll intaktem Kreislauf das EKG zum Schei... mitnehmen? Kommentar: Um die letzte Frage aufzugreifen: Ja . Aus genau dem Grund, der hier geschildert wird. Man darf nicht vergessen, dass es kein üblicher Toilettengang ist, sondern einer im Rahmen einer möglicherweise gefährlichen Krankheit. Auch wenn es "nur" eine Synkope war - Synkopen sind in der Altersklasse alles andere als harmlos (wie man sieht!) und die Patienten bleiben gerade in der völlig ungeklärten Akutphase Hochrisikopatienten. Es kann ein Myokardinfarkt, eine Lungenembolie, eine Hypovolämie, eine Herzrhythmusstörung mit VT´s, was auch immer dahinter stecken. Weil alles noch absolut ungeklärt ist, muss das Monitoring auch bei einem scheinbar stabilen Patienten (das macht die Synkopen unter anderem auch gefährlich - den Patienten geht es oft zügig wieder gut trotz schwerer Grunderkrankung) kontinuierlich gewährleistet sein. Das muß man einmal erlebt haben, dann weiß man es - oder man muß es gelesen haben. Dann weiß man es auch - wie jeder jetzt hier. Frühjahr 2009 |
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