|
|
|
|||||||||||||
|
|
|
![]() |
|
![]() |
|
|
||||||||
|
|
|
|||||||||||||
|
|
|
|
||||||||||||
|
|
|
|
|
|||||||||||
|
|
|
Mangelnde Geräteeinweisung
|
|
|
||||||||||
|
|
|
|
|
|||||||||||
|
Home > Fallbeispiele > Archiv - direkt hier klicken > Latente Systemfehler > Mangelnde Geräteeinweisung
Der Fall: Thoraxdrainage II Patient nach schwerem VU mit schwerem Thoraxtrauma. Meine erste Thoraxdrainage beherzt aber extrem nervös gelegt. Nach Abbruch der Versorgung, Pt. erlag am Unfallort seinen Verletzungen, stellte sich heraus, dass ich die Thoraxdrainage falsch herum eingelegt hatte - das Ansatzstück in den Thorax, das Ende mit den Drainagelöchern nach außen. AUch die Rettungsassistenten hatten diesen Fehler nicht bemerkt übrigens - erst später dann. Kommentar : Schwer vorstellbar, dass dies überhaupt möglich ist - doch unter Streßbedingungen ist offenbar alles möglich. Thoraxdrainagen sollte man kennen, das Legen von diesen ausreichend trainiert haben und auch Rettungsassistenten sollten so eine Deplatzierung natürlich sofort erkennen und sich entsprechend auskennen. Auch für Rettungsassistenten empfiehlt es sich, bei Fortbildungen über die Anlage von Thoraxdrainagen teilzunehmen. Und dann ist Teamarbeit gefragt. Der Fall: Thoraxdrainage I Motorradunfall, Polytrauma. Nach Präoxygenierung, RSI, problemlose orotracheale Intubation. Nach Intubation fällt ein sehr hoher Atemwegsdruck und ein abgeschwächtes Atemgeräuch links auf, erst dann wird ein Hautemphysem getastet. Trotz "small volume" kommt es unverzüglich zum RR Abfall. Die durch den Notarzt geforderte Thoraxdrainage kann auf dem RTW nicht "gefunden" werden. Durch vierfache Punktion mit einer 14G Venenverweilkanüle entweicht Luft und die Kreislaufparameter normalisieren sich zügig. RR 100/60, HF 85, SaO2 99 unter 100% FiO2; Anmeldung in Zielklinik mit der Bitte um Vorbereitung zweier Thoraxdrainagen.Diagnosen der Klinik:Hämatothorax rechts, Z.n. Spannungspneu links, Rippenserienfraktur rechts. Clavicula und Rippemfraktur links. Kleine Kontusionsblutung frontal. Kommentar: Thoraxdrainagen werden im "Durchschnitts-RTW" selten benötigt (alle paar Tausend Einsätze eine, laut Statistik). Aber wenn man sie braucht, so braucht man sie sofort . Helfen kann hier übrigens das Einführen eines Tubus, z.B. der Größe 6. Wenn der Patient intubiert ist, so braucht man auch kein Heimlich-Ventil, da eine Überdruckbeatmung das Einströmen von Luft in den Thorax verhindert. Lediglich auf Infektionsschutz sollte man dann achten - wenn die Zeit es erlaubt. Der Fall: Burn Pack Bei einem Einsatz in einem metallverareitenden Werk mußten wir einen Patienten versorgen, der großflächig Kontakt zu flüssigem (damit sehr heißem) Metall hatte. Folge waren schwere Verbrennungen (2°-3°).Da der Notarzt per Hubschrauber zugeführt wurde waren wir länger als gewöhnlich alleine am Einsatzort. Für die Versorgung der Verbrennungen eignete sich das "Burn-Pack". Da ich noch nicht lange im Rettungsdienst tätig war (einer meiner ersten Dienste) und man mir den Umgang mit dem "Burn-Pack" nicht erklärt hatte, verzögerte sich die Versorgung des Patienten um einige Minuten, da ich mich erst mit dem System vertraut machen mußte.
Kommentar: Dabei wäre gerade in der Initialphase das Burn Pack wichtig gewesen. Wir wissen alle: Checklisten sind nervenaufreibend. Auch ist der Vergleich der Medizin mit der Fliegerei langweilend. Doch solche Versäumnisse gäbe es in der Luftfahrt nicht - dort werden Checklisten eingesetzt, und so gehört es sich auch für die Einweisung von neuen Mitarbeitern. Eine Checkliste, die die Einweisung auf sämtliche Notwendigkeiten hin überprüft. Sonst werden gewisse Dinge vergessen, Gesetz der Menschlichkeit. Der Fall: Striker Trage Patient wurde nach der Versorgung in der Wohnung mit einem Ferno-Tragestuhl vor das Haus getragen. Dort wurde er auf die bereitgestellte Striker-Trage umgelagert. Die Trage wurde am Kopfende durch den RTW-Fahrer (hauptamtlicher RA), am Fußende und somit Bediener der Trage vom NEF-Fahrer (ehrenamtlicher RS) gelenkt. Ich selber (verantwortlicher RA) befand mich bereits im Patientenraum des RTW´s, stand in Fahrtrichtung und verräumte das Gepäck des Patienten. Nebenbei hörte ich wie die Trage auf den Tragetisch geschoben wurde, sich aber nicht ganz hochschieben ließ. Der Fahrer des RTW´s schimpfte und sagte zum NEF-Fahrer: Fahr die Trage nochmal zurück, so funktionert es nicht. Die wurde vom NEF-Fahrer ausgeführt und plötzlich hörte ich einen Schlag und ein Schreien. Ich drehte mich um und sah, das die Liege mit dem Patienten nach rechts umgekippt war und jetzt seitwärts auf dem Boden lag. Der Patient wurde durch den Fuß- und Beckengurt der Striker-Trage gehalten. Der Hosenträgergurt war nicht angelegt. Der Notarzt befand sich zu diesem Zeitpunkt nochmals in der Wohnung um Unterlagen zu holen. Vorsichtig wurde dann versucht die Trage mit dem Patienten vorsichtig wieder aufzustellen. Dies gelang Gott sei dank. Zu diesem Zeitpunkt herrschten Minusgrade. Der Bodenbelag bestand aus Teer, kein Glatteis oder Schnee vorhanden. Der Patient zog sich, nachdem er sich mit dem rechten Ellenbogen abstützte, Hautabschürfungen zu. Ursache: Bedienungsfehler durch den ehrenamtlichen RS an der Striker-Trage. Trage war erst ca. 4 Monate im Einsatz. RS hat sich vermutlich zu wenig mit der Funktion der neuen Trage vertraut gemacht. Kommentar : Der Kommentator hat von dieser Art des Falles auch schon mehrmals gehört. Offenbar ist die Striker-Trage tatsächlich eine gewisse Fehlerquelle für Ungeübte. Bei der Fahrzeugeinweisung von "Anfängern" wie RS oder Zivildienstleistenden sollte nochmals besondere Beachtung auf die Funktion dieser Trage gelegt werden. |
||||||||||||||
|
|
|
|
|
|||||||||||
|
|
|
|
||||||||||||