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Notarzt im Praktikum fährt mit
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Home > Fallbeispiele > Archiv - direkt hier klicken > Notarzt im Praktikum fährt mit
Der Fall: NA im Praktikum fährt mit Gemeinsamer Einsatz mit einem NA zur Erlangung der Fachkunde Rettungsdienst: Ca. 75-jährige Patientin (genaues Alter ist mir nicht mehr erinnerlich) mit Kreislaufkollaps. NA vom RTW nachgefordert. Patient zunächst noch ansprechbar, somnolent. NA entscheidet auf Transport mit Sonderrechten in die nächstgelegene Klinik der Maximalversorgung. Kurz vor Eintreffen in der Klinik RR des Patienten nicht mehr meßbar. NA überläßt mir die Übergabe in der Klinik, ich fahre mit dem Patienten in die internistische Notaufnahme. Dort stellt der diensthabende Internist (ein Kollege von mir) fest, dass der Patient keinen meßbaren RR mehr hat und im EKG eine Sinustachykardie zeigt. Er veranlaßt ca. 10 min nach Eintreffen eine sofortige Aufnahme auf die ITS. Sonographisch zeigt sich dort ein rupturiertes Bauchaortenaneurysma, das notfallmäßig im OP versorgt wird. Das weitere Schicksal des Patienten ist mir unbekannt. Kommentar: Dieser Fall hat mehrere Aspekte: 1. Ein Notarzt zur Erlangung der Fachkunde darf nicht während des Einsatzes allein gelassen werden (es sei denn, es gibt triftige Gründe, die man im Falle einer Anklage begründen kann). Dürfte der Notarzt allein im Einsatz arbeiten, so bräuchte er die Fachkunde nicht mehr erlangen. Es ist gängige Praxis, dass angehende Notärzte eigentständig arbeiten und die Patienten übergeben, das ist auch gut so. Dies war allerdings eine denkbar ungünstige Patientin - sie schwebte in Lebensgefahr und hatte keinen oder wenn dann einen sehr schwachen Blutdruck. Da muss der Notarzt selbstverständlich dabei bleiben. Die Gefahr ist, das haben auch andere ähnliche Berichte gezeigt, dass der Notarzt dem angehenden Kollegen möglicherweise zu viel zutraut - und der angehende Kollege der Meinung ist: "Wenn er mich allein lässt, dann wird es schon nicht so schlimm sein." Und in diesem Falle hatte die Patientin keinen RR und war bewußtlos - entweder schon reanimationspflichtig oder zumindest fast. 2. Eine ältere Dame kollabiert - das ist für ein rupturierende Bauchaortenaneurysma keine ungewöhliche Symptomatik, wobei dies nicht die wahrscheinlichste Diagnose ist. Ich gehe davon aus, dass die Patientin auf der Fahrt in die Klinik monitorisiert war und auch hier schon tachykard wurde. Die Kombination Synkope, Tachykardie, fallender Blutdruck und zunehmende Somnolenz machen die Verdachtsdiagnose nun schon regelrecht typisch, auch wenn wir wissen, dass dies im Einsatz nicht so nüchtern gesehen werden kann wie hier beim Lesen im Internet, weil Störfaktoren einwirken können. Zumindest gehört das BAA bei diesem Symptomenkomplex in die enge Differentialdiagnose, ein Abdominalchirurg sollte im Schockraum bereit stehen (kein Internist), und beim Nachweis von freier Flüssigkeit im Abdomen gehört der Patient umgehend in den OP ohne Umwege über die ITS. 1. Quartal 2008 |
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