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Oktober 2009
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Home > Fallbeispiele > Fall des Monats > Oktober 2009
Der Fall: Kaskade von Unglück? Ich berichte über einen Einsatz, der von Anfang bis Ende zu einer Kaskade von Zwischenfällen und Umständen letal für den Patienten verlaufen ist; Ob der Patient unter besseren Umständen zu retten gewesen wäre bleibt letztlich ungeklärt.Eine Frau ruft bei der Zentrale des ärztlichen Notdienstes an, und berichtet ihr Mann spreche plötzlich verwaschen und sei komplett verwirrt.Vorerkrankungen bestehen nicht.Völlig richtiger Weise leitet die KV Zentrale den Einsatz an die Rettungsleitstelle mit der Verdachtsdiagnose "Apoplex" weiter. Aus einem Missverständnis heraus wird dieser Einsatz als dringlicher Krankentransport gewertet und nicht als Notfalleinsatz. Die Leitstelle disponiert nach ca 10 Minuten einen frei gewordenen KTW zu diesem Einsatz. Dieser trift 40 Minuten nach dem Notruf beim Patienten ein. Die RS finden einen kaum mehr erweckbaren Patienten vor. Sie alarmieren umgehend RTW und NEF nach. Es folgt eine Basisversorgung durch die KTW Besatzung nach ihren Möglichkeiten (Vitalfunktion (RR,HF,BZ Messung, O2 Gabe und iv Zugang).Da das zuständige NEF im Einsatz ist alarmiert die Lst eine RTH aus einem Nachbarlandkreis und den RTW. RTW trifft ein und versorgt den Patienten weiter. Bei schlechter O2 Sättigung, inzwischen tiefer Bewusstlosigkeit wird eine assistierte Beatmung eingeleitet. Der Patient aspiriert unter dieser Massnahme, wird abgesaugt und dann problemlos intubiert (Kapno bei 35 mmHG, SaO2 bei 99%)Der RTH muss aus Wettergründen abdrehen; Ein weit entferntes NEF wird alarmiert.Mittlerweile TRP in RTW. Dort beginnt der Patient auf den Tubus zu kauen und bekommt einen generalisierten Krampfanfall. Die zwei Besatzungen sehen sich gezwungen den Patienten zu sedieren(insgesamt 15 mg Midazolam),da das NEF Eintreffen noch mindestens 15 Minuten zur Einsatzstelle braucht.Lst wird beauftragt eine entsprechende Intensivanmeldung durchzuführen; Schliesslich NEF EIntreffen, Vertiefung der Narkose und Transportbeginn. In der Zielklinik angekommen, stellt sich heraus, das der Arzt, der die Anmeldung entgegen genommen hat, nicht vom CT Defekt in der Klinik informiert war und auch keine Rücksprache mit der Radiologie gehalten hatte. Also Weitertransport in nächstes Haus.Damit wird das CT ca. 200 Minuten nach dem Notruf gefahren. Es folgt NotOP einer intracerebralen Blutung: Patient verstirbt noch auf dem OP Tisch.ES bleibt sowohl bei KTW als auch bei RTW Besatzung das ungute Gefühl falsche Entscheidungen getroffen zu haben (Intubation ohne NA, Abwarten des NEF Eintreffen bis Transportbeginn und schliesslich die Medikamentengabe um den Tubus zu "retten", die sicherlich nicht optimal war, aber sich auf das Medikament beschränken musste, mit dessen Umgang der RA ausreichend Erfahrung und Sicherheit hatte. Kommentar: Ich denke, die Hauptprobleme hier sind nur zwei: Die KTW-Alarmierung zu Beginn statt der Notarztalarmierung (warum das war, kann man hier nicht klären) und das dem Dienstarzt nicht bekannte defekte CT im ersten Krankenhaus. Alles weitere ist doch sehr gut gelaufen und die Rettungsassistenten, die übrigens auch die Meldung gegeben haben, haben diese ausgesprochen schwierige Situation doch exzellent gemeistert. Ein ersteintreffender RTW bei einem hochakut bedrohten Patienten kann passieren – dass ein RTH wegen schlechten Wetters nicht landen kann, kann passieren. Dass das NEF im anderen Einsatz ist, kann passieren. Dass die Maskenbeatmung zu Erbrechen führt, kann passieren. Das Entscheidende ist ja, dass eine assistierte Maskenbeatmung durchgeführt wurde – insofern völlig richtiges Handeln. Die dann notwendige Intubation – richtige Entscheidung, auch ohne Notarzt (was will man tun – sterben lassen?). Kapnometrie angeschlossen – insofern mit der richtigen Tubuslage sicher gewesen. Dann ist eine Narkosevertiefung auch ohne Probleme möglich, sogar notwendig. Auch die richtige Entscheidung. Gefahr danach eigentlich „nur“ noch eine Kreislaufinstabilität. Das war halt ein Einsatz, bei dem die Rettungsassistenten bis zum Anschlag gefordert waren und gut gehandelt hatten.
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