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Thermometer mit unzureichendem Messbereich
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Home > Fallbeispiele > Fall des Monats > Ehemalige Fälle des Monats > Thermometer mit unzureichendem Messbereich
Der Fall: Thermometer mit unzureichendem Messbereich3 Einsätze - gleiches Problem:
1. Alarmierung wegen V. a. Apoplex. Patient im Wohnzimmer auf Fussboden liegend angetroffen, die im gleichen Haus wohnenden Kinder hätten den ganzen Tag nichts vom Vater gehört und abends dann nachgesehen und ihn dort angetroffen. Patient somnolent, desorientiert, kann keine Angaben machen, RR, und Puls unauffällig. Wegen extrem schlechter Lichtverhältnisse Transport zum RTW. Dort fallen bei der weiteren Untersuchung kalte, zyanotische Akren auf, EKG und BZ o.B., auf Veranlassung des NA gegen murrenden RA Temperaturmessung mit Ohrthermometer: low. Da RA den Wert nicht glaubt orales Nachmessen mit einem "normalen" Digitalthermometer: ebenfalls low. Optimierung Wärmeerhalt (Heizung RTW auf Maximum, Zudecken), Zugang, gewärmte Infusion, da Patient (noch) nicht tief bewusstlos ist Transport zur ITS des naheliegenden Krankenhauses der Grund- und Regelversorgung. Dort Temperatur von 30,2 °C.2. Alarmierung wegen V. a. Apoplex. Patient nur mit Unterhemd bekleidet auf Stuhl im Treppenhaus sitzend angetroffen. Laut Nachbarn sei er etwa 1/2 h vorher in dieser Bekleidung draussen herumgelaufen, sei schon seit 2 Tagen verwirrt. Pat. soporös, kann keine Angaben machen. RR nicht messbar, kalte Akren. Wegen extrem schlechten Lichtverhältnissen (Beleuchtung in dieser Etage defekt) Transport zum RTW. Dort RR 85 mmHg palp., Puls um 90/min, im EKG VHF mit HF um 200/min. Temperatur oral (normales digitales Thermometer) 29,5°C, BZ high. Optimierung Wärmeerhalt (s.o.), Zugang, gewärmte Infusion, nach Voranmeldung Transport zum Schockraum eines nahegelegenen Krankenhauses der Schwerpunktversorgung. Dort steht gewärmtes Bett und Bair-Hugger bereit, nach ca. 1/2 h Verlegung auf ITS, dort DK mit Thermosonde, Temp. 36,0°C.3. Alarmierung in Rehaklinik. Nach 45 Minuten Reanimation Etablierung eines suffizienten Kreislaufs. Transport zum RTW, dort Entscheidung zur präklinischen Einleitung der Hyothermie: tiefe Sedierung, Relaxierung, Weglassen der Decke, kalte Infusionen. Rest problemlos. Ohrthermometer mit Messbereich bis 33°C vorhanden.
Im ersten Fall wurde die schwere Unterkühlung erkannt, konnte aber mangels geeignetem Thermometer nicht quantifiziert werden. Deutlich niedrigere Temperaturen hätten entweder einen Transport in die ca. 40 km entfernte Universitätsklinik (zur ECMO bzw. HLM) oder die frühzeitige Anforderung des Dialyseteams (Praxis im MVZ des angefahrenen KH) erfordert.Beim zweiten Einsatz wurde (aus gutem Grund) eine schwere Unterkühlung angenommen, die sich nicht bestätigte (allerdings valide Temperaturmessung nach über 1 Stunde Wiedererwärmung). Beim dritten Einsatz lag der angestrebte Bereich zwischen 32°C und 34°C, der Messbereich des vorhandenen Thermometers endet mittendrin. Problem aller Einsätze war das Fehlen eines geeigneten Thermometers. Im Rettungsdienst sinnvoll ist ein Ohrthermometer mit einem erweiterten Messbereich (ca. Zimmertemperatur bis ca. 45°C). Dieses habe ich bisher nur in einem von zwölf mir bekannten NA-Standorten vorgefunden, wegen der Kosten (ca. 160 Euro pro Thermometer) lehnen die Verwaltungen diese Beschaffung ab.Vielleicht können diese drei Einsätze zu einem Umdenken führen...
Kommentar: Hervorragende Fälle für ein CIRS, sehr guter eigener Kommentar. Jedes Buch der Notfallmedizin beschreibt die Hypothermie mit ihren Stadien (nochmals zur Erinnerung, hier aus Wikipedia):
Selbstverständlich braucht man ein Thermometer für grosse Messbereiche. In der Notfallmedizin spielen gerade die extremen Patiententemperaturen wegen oben genannter Gründe eine Rolle. 2. Quartal 2008 |
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