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Tödlicher Motorradunfall
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Home > Fallbeispiele > Fall des Monats > Ehemalige Fälle des Monats > Tödlicher Motorradunfall
Der Fall: Tödlicher Motorradunfall 35 jähriger Motoradverunfallter: Beim Überholen eines LKWs nach links abgekommen und mit Kopf und Thorax gegen Baum geprallt. Nach 12 Min unser Eintreffen: Bewußtlos, lichtstarre Pupillen, Kreislaufstillstand von Passanten auf Rücken gelegt, Helm schon abgenommen. Erbrochenes bis vordere Zahnreihe. Zentrale Zyanose. Zunächst Befreiung von Erbrochenem, dann Intubation Magen und 20 (!) sec später Intubation Lunge: bds grobblasige RGs auf allen Etagen. Danach sofort Massage und Supra endotracheal. Gleichzeitig zwei orangne iv-Zugänge re Unterarm. 250 Hyperhaes infundiert. Keine Kreislaufreaktion. Pat hat schweres Lederkombi an: Weder Leiste noch Subklavia waren suffizient freizulegen. Nachdem Supra peripher nicht wirkt, intrakardiale Injektion, danach einsetzender Sinusrhythmus mit suffizientem tastbaren RR an Carotis bds. Infusion insgesamt weiterer 2000 Ringer und 1000 Nacl und 250 Nabic. Alarmierung von RTH. Pupillen weiterhin bds lichtstarr. Nach Auskultation und Palpation Thorax Drainageanlage li mit Entlastung von Luft aus Pleuraspalt. Maschinelle Beatmung wegen zu hoher Drücke nicht möglich, nur Bebeutelung mit massiver Hyperventilation. Bei Absaugen von Sekret aus Mund weiße gallertartige Masse im Katheter, bei digitaler Tastung des Rachens Knochensplitter. Information Rettungsleitstelle über Extransplantationskandidaten. RTH kommt trotzdem, aber erst nach 70min. Im RTH keine andere Infusionslösung ausser G5, zum Offenhalten angehängt. Übergabe Schockraum: Soweit kreislaufstabil bei infauster cerebraler Situation. Thorax: Lungen bds belüftet aber wegen Aspiration verschattet. BGA: massiver Hyperventilation. Patient ist nach 5h im Klinikum verstorben. Zwei Tage später Anruf vom Oberarzt: Absolute katastrophale Versorgung vor Ort: 1. Intrakardiale Applikation von Supra ist out!! 2. G5 bei Hirnverletzten absolut kontraindiziert.Vorladung zur Schockraumkonferenz. Nachdem ich dem Oberarzt erklärte, was da alles vorgefallen ist, hat er nicht einlenken wollen und wollte mich schriftlich einladen. Habe aber nichts mehr gehört. Ich weiß, dass diese zwei Maßnahmen kontraindiziert waren. Ich wollte den Patienten zu einer evtl Explantation ins Klinikum bringen. Habe keinerlei Feedback ausser diesem Anruf des Oberarztes bekommen.
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