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Verbrühung Kleinkind
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Home > Fallbeispiele > Archiv - direkt hier klicken > Verbrühung Kleinkind
Der Fall: Verbrühung Kleinkind Ein 15 Monate altes Mädchen verbrühte sich durch eine herunter gefallene Teetasse das komplette Gesicht, Hals, Schulter und Brust II°ig (~12% KOF). Die Notärztin übergibt das vor Schmerzen brüllende Kind dem Schockraumteam und berichtet, sie habe dem Kind bereits 250 mg Paracetamol supp sowie eine Diazepam-Rektiole gegeben. Ein intravenöser Zugang war nicht gelegt worden, auch eine mögliche intramuskuläre oder rektale Gabe vom Ketanest war unterblieben. Nach problemloser Venenpunktion im Schockraum wurde eine sofortige Analgosedierung des Kindes und entsprechende Versorgung eingeleitet. Kommentar: Dieser in der Altersklasse typische Notfall ist ausgesprochen unangenehm, nicht nur für das Kind. Der Sinn des Notarztes ist in diesem Falle die Analgosedierung. Ein Kind in dem Alter verspürt natürlich nicht nur die Schmerzen, sondern ist auch völlig verwirrt und kann die Gesamtsituation nicht interpretieren. Das Legen eines Zuganges ist häufig extrem schwer - muss aber glücklicherweise auch nicht zwingend erfolgen. Zur Beruhigung von Patient, Eltern, Rettungsassistenten und Notarzt empfiehlt sich die intramuskuläre Gabe von Ketanest S. Im Journal of Emergency Medicine war vor ein paar Jahren ein Artikel über die intramuskuläre Dosierung von Ketanest S, bis 2mg/kgKG kann dies problemlos durchgeführt werden. Ein Kind mit 1 Jahr hat in etwa 10 kg Gewicht, mit 15 Monaten somit etwas mehr. 25mg Ketanest S i.m. auf dem Arm des Elternteiles wären hier ideal gewesen, innerhalb von wenigen Minuten ist das Kind ruhig, kann dann im RTW gelagert werden, Sauerstoff bekommen, etc. Wichtig ist das Aufheizen des RTW, da die Hauptgefahr in einer Hypothermie liegt. Zum Monitorisieren reicht dann in der Regel bei diesem Verbrühungsmuster ein Pulsoxymeter mit EKG. Sollten durch die Ketanestgabe Probleme wie Verschleimungen, Atemstillstand oder Sonstiges auftreten (bei dieser Dosierung unwahrscheinlich), so kann sich mit einem IO-Zugang beholfen werden, der dann bei dem mit Ketanest abgedeckten Kind schmerzarm gelegt werden kann. Ansonsten ist auch ein zügiger Transport ohne Infusion in Ordnung. Zusätzlich ist Diazepam als Rektiole sinnvoll, Paracetamol allein reicht für die Akutsituation auf keinen Fall aus! Entscheidend für diese Art von Ketanest-Applikation ist noch das Vorhalten von entsprechenden Nadeln, denn diese sind nicht immer vorhanden! Das Mitführen von dünnen Kanülen für diesen Notfall in der Kitteltasche ist nur zu empfehlen. Winter 08 |
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